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18.08.17 – Workshopbericht – Rap Workshop mit krebskranken Kindern bei den Waldpiraten in Heidelberg

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Als ich mich Anfang des Jahres 2017 auf die Suche nach einem möglichen Spendenempfänger für mein Rap-Spendenprojekt „Punchlines4Sunshine“ machte, stieß ich im Internet auf die Waldpiraten in Heidelberg „das erste und einzige Freizeitcamp für krebskranke Kinder in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Raum“.

Es war mir sehr wichtig, eine regionale Einrichtung zu finden, bei der es vielleicht sogar die Option geben würde, mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen selbst etwas in Sachen Hip Hop zu unternehmen. Nach einem Gespräch mit Frau Ates, einer sehr netten Dame, die bei der „Deutschen Kinderkrebsstiftung“ tätig ist und die ich darum bat, mir mögliche Spendenempfänger aus dem Raum Bruchsal, Karlsruhe, Heidelberg oder Mannheim zu nennen, entschloss ich mich auf die Waldpiraten in Heidelberg zuzugehen und bekam auch prompt Rückmeldung auf meine Anfrage.

Kurze Zeit später traf ich mich mit Frau Maier (stellv. Pädagogische Leiterin) und Frau Müller (Leiterin des Waldpiratencamp) zu einem ersten Gespräch, bei dem sich recht schnell herausstellte, dass ein Rap-Workshop eine gute Idee für das Freizeitangebot des Waldpiraten Camps wäre und ich entschied mich dazu, diesen während des Camps in den Sommerferien stattfinden zu lassen.

Zunächst war ich mir noch etwas unsicher, wie der geplante Workshop gemeinsam mit von der Krankheit betroffenen Kindern und Jugendlichen emotional auf mich wirken würde (ich habe leider schon selbst persönliche und familiäre Schicksalsschläge im Zusammenhang mit Krebs erfahren müssen), wollte es aber auf jeden Fall ausprobieren.

Bei der Camp-Führung im Anschluss an das Gespräch wurde mir auch schnell klar, dass das Waldpiratencamp Kindern und Jugendlichen sehr viele Möglichkeiten bietet, dem Alltag zu entfliehen und ihre Sorgen und Ängste für einige Tage gegen schöne und spannende Erlebnisse einzutauschen. Ich wollte gerne einen kleinen Teil dazu beitragen und hatte den ersten Eindruck, dass ein Rap-Workshop auch in Anbetracht der Gegebenheiten (es gibt einen sehr schönen Musikbereich mit Bühne im Camp) gut funktionieren könnte.

Am 18. August war es dann soweit. Ich richtete mein Equipment zusammen, packte noch ein paar Klamotten und meine Zahnbürste ein (es war ein zweitägiger Workshop mit Übernachtung vereinbart) und machte mich auf den Weg nach Heidelberg. Das Waldpiraten Camp liegt sehr idyllisch und etwas abgelegen vom Trubel der Großstadt in einem Waldgebiet in der Nähe des Stadtteils Rohrbach und ich war sehr gespannt und voller Vorfreude auf die Dinge, die mich nun erwarten würden.

Am Camp angekommen wurde ich sehr herzlich empfangen und durfte direkt an der morgendlichen Teamsitzung teilnehmen, bei der wichtige Informationen und Erfahrungen des Campalltags ausgetauscht werden. Ich hatte so die Chance, das Team kennenzulernen und mich selbst und mein Vorhaben vorzustellen.

Anschließend begleitete mich Felix, ein Campmitarbeiter, der für den Bereich Theater und Musik zuständig ist und der mir direkt sympathisch war zum Workshopraum,  erklärte mir den geplanten Ablauf und half mir bei den Vorbereitungen. Ich fühlte mich etwas in die Zeit zurückversetzt, als ich vor einigen Jahren als Camp-Counselor in einem amerikanischen Feriencamp gearbeitet hatte und war schon sehr gespannt auf die Kids und ob mein Workshop bei ihnen gut angenommen würde.

Nachdem der Aufbau fertig war, ging es auch direkt los und verschiedene, gemischte Gruppen mit Kindern und Jugendlichen betraten nach und nach den Raum und verfolgten gespannt meinen Vortrag, durch den ich ihnen meinen geplanten Rap-Workshop präsentierte. Sie machten einen sehr interessierten Eindruck und stellten mir viele Fragen. So hatte ich direkt ein positives Gefühl, dass sich einige angehende Rapper unter den Camper-Teilnehmern finden würden. Doch bevor es richtig losging, konnten wir uns noch bei einem gemeinsamen Mittagessen stärken und es gab sogar vegane Optionen, was mich sehr freute.

Mein gutes Gefühl aus der Kennenlernphase bestätigte sich glücklicherweise und am Nachmittag meldeten sich einige Mädchen und Jungs zum Workshop an. Wir begrüßten uns zunächst und tauschten uns etwas über die Hip Hop Kultur aus. Ich finde es immer sehr spannend, was die Teilnehmer schon an Vorwissen mitbringen, versuche sie immer auf ihrem aktuellen Stand abzuholen und ihr Wissen dann entsprechend etwas zu erweitern. Als nächsten Programmpunkt ließ ich sie den ersten Rap-Hit „Rapper’s Delight“ der Sugar Hill Gang nachrappen „I said a Hip Hop, the hippie…“ Der Song hat sich als kleiner Eisbrecher bewährt, der den Kids viel Spaß macht und gleichzeitig die erste (rhythmische) Rap-Übung darstellt. Die Atmosphäre an diesem Nachmittag war sehr locker und entspannt und ich hatte den Eindruck, dass ich den Rap-Neulingen eine gute Zeit bereiten konnte, denn sie waren mit viel Enthusiasmus bei der Sache. Was die inhaltliche Gestaltung der eigenen Raptexte betraf hatte ich vor, die Kids etwas über sich selbst erzählen zu lassen, wollte aber offen halten in welche Richtung dies konkret führen würde. So rappten einige Teilnehmer über ihre Freunde, Hobbies uvm. Jedoch gab es auch einige Kinder und Jugendliche, die sich mit ihrer Krankheit bzw. der Krankheit ihrer Geschwister und den damit verbundenen Sorgen auseinandersetzten, was mich sehr beeindruckte. Ein Junge schrieb beispielsweise einen Rap für seinen kürzlich verstorbenen Bruder, was ein sehr bewegender Moment für alle Anwesenden war.

Am Abend nach dem ersten Workshoptag hatte ich die Gelegenheit bei einem gemütlichen Bierchen die Camp-Betreuer etwas näher kennenzulernen und machte viele sehr nette Bekanntschaften. Ich ging schließlich nach einem sehr spannenden Tag müde ins Bett, konnte aber nicht gleich einschlafen, da mich die vielseitigen Eindrücke des ersten Tages gedanklich noch sehr beschäftigten. Ich freute mich jedoch darauf am nächsten Tag an die ersten tollen Ergebnisse anzuknüpfen und den Song gemeinsam mit der zweiten Rap-Gruppe fertigzustellen.

Auch dieser Workshoptag lief ähnlich wie der Erste ab und wir kamen gut mit dem Song voran. Ein junges Mädchen kam etwas verspätet zur Gruppe hinzu und war sichtlich geknickt, da sie eigentlich einen anderen Workshop besuchen wollte, dort aber leider keinen freien Platz mehr bekam. So blieb nur der Rap-Workshop übrig, auf den sie sichtlich keine Lust hatte, jedoch konnte sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen welche positive Wirkung das Rappen auf sie haben würde.

Ich spielte die Ergebnisse des ersten Tages vor und die Gruppe war direkt motiviert dort anzuknüpfen, damit wir den fertigen Song am Abend allen Camp-Teilnehmern vorstellen konnten. Das bereits erwähnte Mädchen taute mit der Zeit etwas auf, ließ sich auf einen ersten Rap-Versuch ein und fing an zu texten. Ich werde ihren Gesichtsausdruck, nachdem ich sie ans Mikrofon bat und sie selbst ihren aufgenommenen Part hörte, nie vergessen. Sie strahlte über das ganze Gesicht, streckte die Arme in die Luft und war voller Stolz über ihre erbrachte Leistung.

Ich filmte wieder alle Performances der Kids am Mikrofon mit und hatte somit direkt passendes Material um ihnen ein Rap-Video zu ihrem Song zu produzieren. Wie ich später erfuhr, wurde dieses dann am letzten Camp Abend vor versammelter Mannschaft gezeigt, was mich für die Kids, die allesamt tolle Beiträge ablieferten, sehr freute! Das Video ist inzwischen auch auf Youtube unter: https://youtu.be/sGna2XobBRQ verfügbar.

Am Ende des zweiten Workshoptages versammelte ich noch einmal alle Teilnehmer für eine kurze Besprechung ihrer Live-Performance am Abend. Ich merkte direkt wie aufgeregt und nervös die Kinder und Jugendlichen waren, wusste aber dass sie das Ding auf der großen Bühne des Musiksaals rocken würden, was dann schließlich auch so war. Ich war mega stolz die Kids dabei zu beobachten, wie sie voller Leidenschaft ihren ersten eigenen Rap darboten und sich dafür einen Riesenapplaus verdienten. Ich selbst wurde im Anschluss an die Show sehr nett verabschiedet und bekam von Frau Müller sogar einen Ehren-Anstecker mit den Waldpiraten Logo überreicht.

Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen hatte ich dann noch die Gelegenheit mich von den Kids zu verabschieden, mich für Ihre Teilnahme zu bedanken und ein paar Selfies mit ihren Handys zu schießen J Auch bei der Campleitung und den Mitarbeitern konnte ich mich noch persönlich verabschieden und für die Einladung sowie die tolle Betreuung bedanken. Ich hoffe ich kann bald wieder ein Teil des Walpiratencamp sein, denn es waren zwei sehr bewegende und unvergessliche Tage, die ich dort verbracht habe.

Christian Heneka alias Jay Farmer

 

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